Betrachtungen im Cafe

Ich bin seit einiger Zeit, wahrscheinlich zwei drei Jahre, nicht mehr in dieser Stadt gewesen. Es ist sonnig draußen, sehr frisch und ich würde nicht im Freien sitzen wollen. Mein Gefühl aus der Vergangenheit passt nicht mehr in die Gegenwart. Ich hatte eine Leichtigkeit in mir. Damals. Früher. Beim Gang über die Mainbrücke habe ich festgestellt, alt geworden zu sein. Viele junge Menschen um die 20 Jahre. Mein innerliches Gefühl ist immer noch so, mein Wissen und meine Erfahrung ist gewachsen. Ich fühle mich dort nicht mehr wohl, unpassend. Ist mir gerade zu laut, zu voll.

Ich sitze inzwischen in einem Cafe in der Innenstadt. Gesprächsfetzen über Zukunft dringen an mein Ohr. Planung für Erfolg und Karriere. Menschen am Nachbartisch stehen einfach auf, gehen und hinterlassen keinen Gruß. Ist mir fremd geworden. Ich lebe lieber in meinem Garten. Sitze dort in der Sonne und höre die Vögel und das Gesumme der Insekten. Ich bin in die Stadt gegangen, weil ich dachte ein wenig entspannen zu können. Es strengt mich mehr an und ich darf üben in meiner Mitte zu bleiben. In einer Stunde habe ich einen Termin für eine Arbeit. Es geht um einen Publicity-Auftrag. Ich glaube, es lässt mich im Moment ohne Regung. Danach ist ein WordPressMeeting. Finde ich eigentlich gefärbte Haare gut? Ich weiß es nicht. Bei älteren Menschen peppt es auf und bringt ein wenig Farbe in ihr graues Sein. Bei jüngeren mißfällt es mir.

Puh – mein Gefühl der Jugend ist etwa 37 Jahre alt. Doppelt so alt, wie die meisten Sitzenden an den anderen Tischen. Bin nicht mehr in dem Fluss der Zeit. Die Stadt mit den Eindrücken und Impulsen lenkt mich ab.

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