Wieviel Bauer bist du?

Es geht los!

Ja – mit was denn eigentlich? Dem Frühling? Deiner Diät? Deinen Vorsätzen?

Tomatenpflanzenkeimlinge in der Erde

Ich habe beschlossen dieses Jahr wieder Tomaten zu züchten. Oha. Ist das etwa aufregend? Anfang Februar habe ich die Samen in die Erde gelegt.

Im Bild darüber sind die ersten Keimlinge von mir dieses Jahr. Eine Schale mit etwas Erde gefüllt. Dieses Jahr habe ich eine Eierkartonschachtel klein gerissen und als Unterbau eingelegt. Diese Saat ist im “Waldhaus” im Wald begonnen. Weitere Schalen stehen an einem anderen Ort im Wohnzimmer. Als Unterbau habe ich dort meine Hobelspäne genutzt.

Heute beschloss ich diesen Beitrag zu schreiben. Es kamen wieder einige dieser Fragen auf. Oh Mann. Willst du dir das wirklich wieder antun? Die ersten Tomaten waren im August reif und wunderbar. Hilfe. Schon wieder 6 Monate damit verbringen? Umsetzen, Wässern, Frost bedenken, Sonne beobachten usw.

In die Nesseln setzen

Ja. Der Beitrag wird wahrscheinlich provokativ und manch´ Leser weniger erfreuen.

Es dauerte bei mir tatsächlich sechs ganze Monate, bis ich ernten konnte. Vielleicht bin ich nicht der beste Bauer. Vielleicht liegt es am Standort. Anyway. Ich hatte 30 Tomatenstöcke gesetzt. Es waren nicht zu viele. Von meiner Anzucht hatte ich einige Pflanzen an Freunde und Bekannte verschenkt. Die Rückmeldungen waren positiv. Jeder konnte für sich einiges abernten. Ob in der Stadt auf dem Balkon oder im Garten des Beschenkten.

Früher sagte man bei uns: wer nichts wird – wird Wirt. Heutzutage würde ich es weiter münzen: wer nicht wird – wird Coach oder Influencer. Das geht mir mittlerweile ziemlich auf den Nerv. Ich bin so weitgereist und bla bla bla. Meine Erfahrungen im Nahen Osten und in Himpelpumpelpuktistan befähigen mich, dir zu sagen, wo es lang geht. Und so weiter!

So was las ich heute wieder bei einem meiner “Facebook-Freunde”. Und dann noch das ganze soziale Gesülze dazu. Oh weh! Wachsen davon Tomaten? Wächst davon Salat? Habe ich deshalb Kartoffeln? Und wo kommen diese ganzen Tee´s für deine Wellness her? Irgendjemand muss das doch gemacht haben! Nu is an dieser Stelle genug mit Schmimpftirade. Ziehe mich mal lieber wieder selber an meiner eigenen Nase.

Einige Tomaten liegen in der Schale

Ich habe mich deshalb einige Zeit mit Anbau von Gemüse befasst. Naja. Es ist leider ernüchternd. Von nix kommt ebenso wieder nix!

Aquaponik

Auf einer Seite von Ricky habe ich mich mit Auquaponik befasst. Auqua was? Ah! Da wird also im Wasser mit Musik gespielt! Oder so ähnliche Gedanken kommen in den Sinn. Ich probiere eine schlichte Übersetzung: Fische schwimmen im Wasser, pissen und kacken da hinein und auf der Oberfläche wachsen dann die Tomaten im Wasser – sozusagen in der Luft. So einfach ist es letztendlich auch wieder nicht. Ricky hat eine tolle Seite zu diesem Thema erstellt. Puh. Viel Mühe. Seite und Beitrag erstellen. Dann das ganze Gewerke auf die Beine stellen. Ich war beeindruckt von der Sache. Habe es mir direkt vor Ort angesehen. Und natürlich hatte ich auch einige Fragen. Mir blieben für mich dabei meine persönlichen Antworten offen. Die Seite zu Ricky ist am Ende des Beitrages eingelinkt. Gern dort nachlesen und ja: Der Betreiber der Sache gibt auch gerne Auskunft und Wissen weiter.

Mangoldernte mit Aquaponik / Bild von Ricky

weitere Idee

Wie könnte ich außer mit Eigenanbau zu Gemüse kommen? Ich wohne in Franken einer Landschaft in Bayern nahe der Stadt Schweinfurt. Auch hier begann vor einiger Zeit ein Projekt der solidarischen Landwirtschaft. Konnte mich mit einem Gründungsmitglied der Initiative vor Ort treffen und bekam einen Einblick in das Geschehen vor Ort. Ja. Auch beeindruckend. Knapp Mitte Februar bei eisiger Kälte am Acker – teils minus 15 Grad – gibt es frische Radischen und eine Art asiatische Salatmischung. Der obligatorische Feldsalat war natürlich auch zu haben. Vieles davon fand ich spannend und gut denkbar für Menschen mit Hintergrund ohne eigenes Land. Es gibt auch andere Seiten, die mich bedenklich stimmen. Die Empfehlung an den Leser ist sicher das Finden mit der Suchmaschine seiner Wahl und den Stichpunkten: solidarische Landwirtschaft, in diesem Fall – Schweinfurt, Verein, Gemüse etc.

Kühe auf einer Weide

Für meinen Teil steht mein Plan für diese Saison wieder fest. Ich werde im eigenen Garten ein wenig Gemüse anbauen. Mal sehn, was es dieses Jahr wird. Ob ich verhungern werde? Der Lauch vom letzten Jahr hat immerhin schon Schnittlauchdimensionen erreicht. Die Karotten waren etwa 3 cm lang. Dafür die roten Rettiche über 3,5 cm! Naja. Wie viel Bauer bin ich? Halte ich das wieder durch? 6 Monate kümmern. Wässern. Ja. Nur mit Regenwasser. Entsprechend Fässer aufstellen. Immer wieder mit dem Gieser unterwegs sein. Nicht länger wie 2-3 Tage von zu Hause weg fahren. Bekannte fragen, ob sie mal gießen könnten. Gernevten Kindern den Sinn bis Unsinn dieser Aktion zu verklickern.

Fazit

Für mich war es wunderbar. Ein paar Monate lang gab es soviele frische Tomaten, wann immer ich wollte. Zu jeder Tag- und Nachtzeit. Fühlte mich wie Bolle oder der Schneekönig, obwohl ich Schnee gar nicht leiden kann. Der Urlaub verlief zum großen Teil im heimischen Umfeld. Nicht so schlimm. Bin ja schon weit gereist …. Vielleicht sollte ich doch Influencer werden 🙂

Aussichten

Ich erlaube es mir dir zu sagen: Leser – mach! Es ist spannend. Eine Übung für sich. Auch hier wirst du Rückschläge bemerken. Nicht immer wird das wachsen, wie du dir es erträumst und in wohlmeinenden Ratschlägen nachlesen wirst. Das Gras wird manchmal schneller sein. Juhu. Das wirst du gut zum Mulchen brauchen können! Und: komm einfach ins Gespräch mit deinen Mitmenschen. Denkt euch feine Sachen für eure Ernährung aus. Seid kreativ. Nutzt eure Balkone, Fenster, Wohnmobile und so ne Sachen.

Der kommende Geschmack ist die Freude an deiner Arbeit!

In dieser Eiseskälte liegt schon der Neuanfang! Auja! Das wird was werden.

und hier ist wieder mal die Sache mit den links:

Auquaponik – hier mit Ricky Böhm-Hennes gut und umfangreich erklärt! klick dies!

Wenn du einfach wieder zu den gesammelten Beiträgen magst – dann klick hier!

2 Gedanken zu „Wieviel Bauer bist du?“

  1. Tomate, Paprika und Gurke ziehe ich mir schon seit Jahren selbst. Am Fensterbrett vorgezogen, dann im Wintergarten weiter wachsen, um im Mai nach draußen ins Gewächshaus umzuziehen. Es macht Spaß und gehört zum Jahresgeschehen einfach dazu.
    13 unterschiedliche Tomatensorten sind es heuer. Manchmal kann ich mich einfach nicht entscheiden…😀 Viele Grüße

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  2. Mein Oleander hatte im letzten Jahr viele Samenkapseln. Mir kam die Idee, einige in die Erde zu legen. Ich hatte irgendwo mal gelesen, dass aus den Samen Pflanzen mit den verschiedenen Blütenfarben des Oleanders wachsen. Anders als beim Steckling, wo die Farbe der Mutterpflanze weiter gegeben wird. Ich war gespannt.
    Nach wenigen Wochen sind etwa 30 Pflänzchen aufgegangen. In größere Töpfe umgesetzt durfte jedes für sich im unbeheizten Wintergarten bei den Zitronenbäumchen und Palmen weiter wachsen. Die einen entwickelten sich schnell, andere eher zögerlich. Beim genauen Hinsehen bemerkte ich unterschiedliche Blattstrukturen und Färbungen. Manche hatten schon die Form eines Strauches, andere nur einen Stängel mit vielen Blättern. Eine spannende Sache. Etwa 5 Monate sind vergangen. Manche sind inzwischen kräftige Pflanzen geworden, teilweise 25 Zentimeter hoch.
    Vor 3 Tagen hatten wir Temperaturen in der Nacht bis minus 22 Grad. Das war den kleinen Pflanzen dann leider doch zu kalt. Der Frost hat sie allesamt eiskalt erwischt.
    Sie welk und mit schwarzen Blattspitzen zu betrachten macht mich traurig. Ich hätte sie sehr gerne blühend gesehen. Schade…

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