später Mittag

Kommt operieren von Oper? Die Schmerzen waren hinreichend. Meine innerlichen Gesänge klangen ähnlich, wenn ich Oper höre. Schmerzen nicht mein Fall, Oper bis jetzt auch nicht. Mir war jämmerlich im Sein. Die Vorgespräche mit den Operateuren waren geführt. Vorgabe klar. Komme in die Uni-Klinik und wir werden dich richten. Oder so ähnlich. Mein erster Freitagmorgen in diesem Juli hatte es in sich. Wie oft noch dieses Jahr dieses Bild?

Diesmal die Nadel in die Oberhand. Wortpiel: wer behält hier die Oberhand, noch und wie lange? Im Prinzip ist es egal, warum du in diesem Gebäude bist. Irgend etwas stimmt mit dem “Gehäuse” nicht. Beutel tragende, Beutel ziehende, Beutel hängende – Menschen um meine Hülle herum. Ja. Ich bin dankbar. Sehr viele Menschen kümmern sich um “mich”. Die Hülle ist sehr gut versorgt. Ich lebe in einem Platz, wo das möglich ist. Frieden um mich herum. Genug Wasser. Betten, Medikamente. Menschen mit Fachwissen und ihrem Können. Meine Lebensuhr darf noch weiter ticken. Meine Schmerzen klingen langsam ab. Ich habe beschlossen keine weiteren Schmerzmittel zu nehmen.

Ich hatte es gut heute Morgen. Durfte zwei Cafe haben! OP ist gut verlaufen und Patient braucht wieder Kräfte. Puh. Die Narkose hatte es in sich. Bin k.o. Die Ärzte sind guter Dinge. Und ein Cafe wird mich vielleicht wieder aufrichten. Wackelig auf meinen Beinen. Aber ich gehe schon wieder. Naja. Langsam. Ähnlich einer Schnecke. Ist ebenso Fortschritt. Bin guter Dinge. Der eine Schmerz ist weg. Und die anderen sollen demnächst auch wieder weg sein.

Kleine Episode am Freitag kurz davor: Ich hatte schon eine dieser KO-Pillen intus. Sozusagen als Vorsorge für die Sache im Rückenmark. Grüne Haube schon auf, bereit für den Schnitt ….. Sagt der eine Arzt – “Guten Morgen Herr Peter Röhner!” Ich drehe mich mit schon etwas glasigen Augen um, aber da ist kein anderer neben mir. Ich kann noch sagen: mein Name ist aber …..  Dumpf höre ich noch, das ist aber seltsam, mal sehn ….

Ich habe Herrn Röhner nicht kennen gelernt. Wir hatten Glück. Bei mir wurde das gemacht, was angekündigt war. Und ich darf bald nach Hause.

(Einen großen Dank an die Menschen, die mich mit ihrer Sorge bedacht. Euer Umsorgen ist wunderbar. Das Personal und die Ärzte von der Uni-Klinik sind sehr gut. Danke. Schön, dass es euch gibt.)

 

2 Kommentare zu „später Mittag“

  1. …da wird sich der Herr Röhner gefreut haben, dass er nicht die Schulz- OP bekam….auch wenn er vielleicht gern Opern hört. 🙂
    Und ja, oft nehme ich Hilfen und Freiheiten als selbstverständlich wahr, obwohl staunende Dankbarkeit angemessener wäre.
    Freu mich sehr, dass du schon wieder die Kraft zum Schreiben hast….und wünsche dir gutes Weiterheilen.

  2. Lieber Udo . Danke für deine persönlichen Gedanken zum Thema OP .
    Finde ich gut , weil.ich solche Gedanken noch nie hatte , aber sicher hilfreich sind .
    Gute Besserung für dich und viel Kraft und Energie für die nächste Zeit.

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