Tomatenzucht

Zitronen auf einem Teller

Es ist Krise im Land. (?)
Wir nennen es doch so. Oder eher die Politiker oder Du und ich? Vielleicht. Fragen über Fragen. Ein Virus legt Leben lahm. Klein.  Unsichtbar. Und hat für manche unangenehme Folgen. Fieber. Schüttelfrost. Und teilweise der Tod. Am Ende habe wir alle den gleichen Weg und Gang. Tomaten und Zitronen – sind wir nicht irgendwie alle gleich?

Viele erregen sich, weil Sie wegen so einem kleinen Ding, diesem Virus, nicht mehr in der Weltgeschichte herum reisen können. Ein Präsident spricht gar von einem Krieg ohne Vorbereitung. Dreimal kannste raten welcher!

Das Land fiebert nach Aufbruch.
Ich habe vor 4 Wochen Samen von Tomaten in Töpfe gegeben. Waren so klein, dass ich manchmal genervt war, von den kleinen Dingern. Das soll mal etwas zu Essen werden? Wenn ich es nicht schon mal ein Jahr zuvor getan hätte, fiele es mir schwer das zu glauben.

Viele können sich stundenlang mit Bedienungsanleitungen für ihr neues Smartphone beschäftigen. Probieren. Lesen. Juhu-Schreie, dass es nun endlich klappt.

Tomatensamen in die Erde geben und diese dann pflegen steht selten, bis gar nicht zur Debatte. Es wäre doch spannend in dieser Zeit mal was anderes zu probieren. Kannst gerade eh wenig anderes unternehmen! Und ob dann irgendwann nach den derzeit
gültigen Regeln der Pflanzenhändler deines Vertrauens passende Stauden für dich hat, sei als Frage gestellt.

Ich lerne mal eben wieder, wie lange es dauert, bis aus diesen Mini-Staub-Körnern rote Tomaten werden. Letztes Jahr war ich über 6 Monate damit beschäftigt. Gut. Ich hatte schon am 31. Januar mit meiner Aussaat begonnen. War vielleicht ein wenig früh. Die Sorge nicht ausreichend in der Zeit zu sein.

Gießen. Drehen. Wenden. Umtopfen.

Tragen von einem Platz zum anderen.
Es war viel Aktion. Wir konnten dann die ganze Saison Tomaten essen. Not for free. Gießen und kümmern. Und zu meiner Freude konnte ich noch fünf Gläser für den Winter einkochen. Mehr wurde es nicht. Hatte etwa 15 Stöcke eingepflanzt.

Es führt mich zu Demut, die Saat beim Wachsen zu betrachten.

Und ich habe bis jetzt nur eine Sorte. Bei meiner Reise durch Griechenland vor ein paar Wochen habe ich die Orangenpflücker wahr genommen. Pflücken von Hand. Orange für Orange. Unterwegs konnte ich mir frische Zitronen von Bekannten aus dem Garten schneiden. Die waren stachelig am Baum. Ich wußte nicht, dass es so ist. Zitronen und Stacheln.

Möglicherweise brächte es uns neue Einsichten etwas zu säen.

Mit Geduld Tag für Tag uns kümmern, für das was uns nährt. Wässern für den Durst. Sozusagen mein tägliches Bier. Es ist sinnvoller den je, zu bedenken und überlegen. Ruhe und Gelassenheit an den Tag legen. Ja. Es dauert. Seine den Dingen innen wohnende Zeit. Manchmal schwer zu ertragen. Die Freude auf das möglich kommende überwiegt. Der Geruch. Der Geschmack von sonnenreifen und warmen Tomaten.

Meine Tomaten sind mir ein Sinnbild.

eine kleine Menge Tomaten

Nachtrag:

Seit Beginn meines Beitrags gedeihen die Samenkerne. Wenn ich immer wieder mich erinnere. Nicht mal ein Stecknadelkopf gross ist der Anfang. Und jetzt:

kleine Tomatenpflanzen in Aufzuchtschalen

Die Kerne sind in den Saatschalen am Fenster gestanden und sind alle geworden.

Tomatensetzlinge in Aufzuchtschalen

Es scheint für dieses Jahr wieder gut zu gelingen. Mich freut es.

2 Kommentare zu „Tomatenzucht“

  1. Beim Betrachten der Tomaten und Worte kam mir in den Sinn:
    auch diese haben Ähnlichkeiten – manchmal, wenn Worte überstürzt geäußert werden, können sie hart und giftig grün sein, oder wenn sie zu lange liegen und im Inneren vor sich hin gären sind sie krankmachend.
    Doch zur rechten Zeit können passende Worte ein “sonnenwarmer strahlender Wohlgenuss” für alle Sinne sein. Danke für deine anregenden Gedanken – Udo. 🙂

  2. Wieviel Philosophie doch in so einer Tomate steckt!
    Das Leben lebt einfach. Manchmal auch nicht so. Einfach. Gehört halt alles irgendwie zusammen. Komplexität der Gegensätze die dennoch unabdingbar eine Einheit sind.
    Der Lauf der Jahreszeiten oder die Tomate, macht es eigentlich immer wieder vor.
    Leben wir – einfach.
    Auch im Sinne von achtsam, genügsam, fair.

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